lebenswichtige Regeln für die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen
Allgemeine Anmerkung zum Modul
Einstieg
Sicherheit bei der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen
Instandhaltungsarbeiten bergen aufgrund unvorhergesehener Abläufe und Energien immense Gefahren für Sie. Die konsequente Einhaltung der SUVA-Regeln schützt Sie vor schweren Unfällen und bewahrt Leben im gewerblichen und industriellen Alltag. Gemäss den Vorgaben von SUVA, EKAS, VUV und BauAV tragen Sie als Mitarbeitende und Vorgesetzte die Verantwortung für einen sicheren Betrieb.
In der Werkhalle steht eine grössere Wartung an einer Produktionsanlage an. Die Zeit drängt, und die Produktion fordert einen raschen Neustart. Hektik macht sich breit, als ein unerwarteter Defekt auftritt. Jetzt gilt es, keinesfalls unüberlegt zu handeln, sondern strikt nach den Sicherheitsregeln vorzugehen.
Regel 1 — Wir planen Instandhaltungsarbeiten sorgfältig.
Ich bringe meine Erkenntnisse und Erfahrungen ein, die der Sicherheit dienen.
Wir planen jeden Arbeitsschritt sorgfältig im Voraus und bringen unsere praktischen Erfahrungen aktiv in die Sicherheitsbeurteilung ein.
Regel 2 — Wir verzichten auf Improvisationen – auch beim Beheben von Störungen.
Ich arbeite nach Plan, verwende die richtigen Hilfsmittel und die Persönliche Schutzausrüstung. Bei gefährlichen Situationen sage ich STOPP und informiere den Vorgesetzten.
Wir lehnen jegliche Improvisationen strikt ab und stoppen Arbeiten bei unvorhergesehenen Mängeln sofort.
Regel 3 — Vor Beginn der Arbeit schalten wir die Anlage aus und sichern sie.
Bevor ich an der Anlage arbeite, schalte ich alle Energiequellen und Materialströme aus. Ich sichere die Anlage mit meinem persönlichen Vorhängeschloss.
Vor jedem Eingriff schalten wir sämtliche Energiequellen vollständig ab und sichern die Anlage mit unserem persönlichen Vorhängeschloss.
Regel 4 — Wir sorgen dafür, dass von vorhandenen Energien keine Gefahr ausgeht.
Ich sage STOPP, wenn ich gefährliche Energien erkenne (z. B. ungesicherte, angehobene Last). An laufenden Anlagen arbeite ich nur, wenn geeignete Sonderbetriebseinrichtungen für meine Sicherheit vorhanden sind (z. B. Zustimmtaste).
Wir kontrollieren restliche Energien und nutzen an laufenden Anlagen ausschliesslich die dafür vorgesehenen Sonderbetriebseinrichtungen.
Regel 5 — Wir sichern uns gegen Absturz.
Ist eine Absturzgefahr vorhanden, sage ich STOPP! Ich arbeite nur mit geeigneten Hilfsmitteln.
Bei jeder Gefährdung durch Absturz verwenden wir geeignete Hilfsmittel und dulden keine riskanten Umgehungen.
Regel 6 — Wir führen Arbeiten an elektrischen Einrichtungen nur mit geschultem und berechtigtem Personal aus.
Droht Gefahr durch elektrischen Strom, sage ich STOPP!
Arbeiten an elektrischen Einrichtungen erfolgen ausschliesslich durch fachlich geschultes und hierfür ausdrücklich berechtigtes Personal.
Regel 7 — Wir entfernen brennbare Stoffe oder sorgen dafür, dass sich diese nicht entzünden können.
In Bereichen mit Explosionsgefahr (Ex-Zonen) oder Brandgefahr führe ich Instandhaltungsarbeiten erst aus, wenn mir der zuständige Betriebsleiter die Erlaubnis dafür erteilt hat.
Brennbare Stoffe werden konsequent entfernt oder vor Zündquellen geschützt, wobei Instandhaltungsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen eine Freigabe erfordern.
Regel 8 — In engen Räumen verhindern wir mit einem Absaugventilator Explosionen und Vergiftungen.
Ich arbeite in engen Räumen nur, wenn meine Sicherheit gewährleistet ist (Absaugventilator, Schadstoffmessung, Überwachung durch zweite Person).
In engen Räumen sorgen wir durch Absaugung und Überwachung zuverlässig dafür, dass weder Explosions- noch Vergiftungsgefahren entstehen.
Praxis-Szenario 1: Behebung einer Störung unter Zeitdruck
Sie wollen an einer verklemmten Transportanlage eine Störung beheben. Die Anlage steht noch unter Strom, aber es muss schnell gehen.
Wie verhalten Sie sich in dieser Situation richtig?
- Ich greife schnell hinein, um die Verklemmung zu lösen, da der Stillstand teuer ist.
- Ich schalte die Anlage aus, trenne die Energiequellen, bringe mein persönliches Vorhängeschloss an und beginne erst dann mit der Arbeit.
- Ich bitte einen Arbeitskollegen, die Anlage im Auge zu behalten, während ich kurz die Störung behebe.
Praxis-Szenario 2: Umgang mit Improvisation
Sie beobachten, dass ein Mitarbeitender für eine höher gelegene Instandhaltungsarbeit an einer Maschine auf einen ungesicherten Stuhl steigt, weil die richtige Leiter im Lager fehlt.
Was ist Ihre Pflicht als Vorgesetzte oder Vorgesetzter?
- Ich lasse ihn die Arbeit schnell beenden, weise ihn aber darauf hin, dass er das nächste Mal vorsichtiger sein muss.
- Ich stoppe die Arbeit sofort, dulde diese gefährliche Improvisation unter keinen Umständen und sorge für ein sicheres Arbeitsmittel.
- Ich halte ihn dazu an, sich beim Aufstieg auf den Stuhl gut festzuhalten, damit nichts passiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Planen Sie jede Instandhaltungsarbeit gründlich und bringen Sie Ihre Erfahrungen ein.
- Improvisieren Sie niemals bei der Störungsbehebung; stoppen Sie die Arbeit bei Unklarheiten sofort.
- Schalten Sie Anlagen vor Arbeitsbeginn komplett ab und sichern Sie diese mit Ihrem persönlichen Schloss.
- Überprüfen Sie den Schutz vor Absturz, elektrischen Gefahren, Bränden und Gefahren in engen Räumen.
- Setzen Sie für Spezialaufgaben wie Arbeiten an Elektrizität oder in engen Räumen nur berechtigtes Personal ein.
Quizfragen (20)
1. Wie müssen Sie vorgehen, bevor Sie mit Instandhaltungsarbeiten an einer Maschine beginnen?
- Ich schalte alle Energiequellen aus und sichere die Anlage mit meinem persönlichen Vorhängeschloss.
- Es reicht, wenn der Hauptschalter umgelegt ist, ein Schloss ist nur bei Grossreparaturen nötig.
- Ich vertraue darauf, dass niemand die Anlage einschaltet, während ich arbeite.
2. Arbeiten an elektrischen Einrichtungen dürfen von jedem Mitarbeitenden mit handwerklichem Geschick ausgeführt werden.
Richtige Antwort: Falsch
3. In engen Räumen verhindern wir mit einem ___ Explosionen und Vergiftungen.
Lückenwort: Absaugventilator
4. Was ist Ihre primäre Aufgabe als Vorgesetzte oder Vorgesetzter bei gemeldeten Mängeln oder erkannten Improvisationen?
- Ich reagiere sofort darauf und dulde keinerlei Improvisationen.
- Ich nehme den Mangel zur Kenntnis und bespreche ihn bei der nächsten Monatsversammlung.
- Ich überlasse es den Mitarbeitenden, das Problem auf eigene Faust zu lösen.
5. Welche Vorgabe gilt für Instandhaltungsarbeiten in Bereichen mit Explosions- oder Brandgefahr?
- Die Arbeiten können sofort ausgeführt werden, solange ein Feuerlöscher bereitsteht.
- Ich führe die Arbeiten erst aus, wenn mir der zuständige Betriebsleiter die Erlaubnis dazu erteilt hat.
- Es genügt, wenn die Anlage vorher kurz durchgelüftet wurde.
6. Wie verhalten Sie sich bei Arbeiten, bei denen eine Absturzgefahr besteht?
- Ich improvisiere mir einen stabilen Untergrund aus Paletten, um rasch an die Decke zu gelangen.
- Ich sage Stopp und arbeite nur mit geeigneten Hilfsmitteln für sichere Zugänge und Arbeitsplätze.
- Ich bitte eine zweite Person, mich während der Arbeit an der Kleidung festzuhalten.
7. Welchen Beitrag leisten Sie gemäss Regel 1 zur Planung von Instandhaltungsarbeiten?
- Ich bringe meine Erkenntnisse und Erfahrungen ein, die der Sicherheit dienen.
- Ich überlasse die Planung ausschliesslich dem Betriebsleiter.
- Ich führe die Arbeiten sofort ohne Absprache aus.
8. Gemäss Regel 2 sind Improvisationen beim Beheben von Störungen erlaubt, sofern es schnell gehen muss.
Richtige Antwort: Falsch
9. Wie arbeiten Sie gemäss Regel 2, wenn Sie auf Improvisationen verzichten? (Mehrere Antworten richtig)
- Ich arbeite nach Plan.
- Ich verwende die richtigen Hilfsmittel.
- Ich trage die Persönliche Schutzausrüstung.
- Ich nutze ausschliesslich improvisierte Werkzeuge.
10. Bei gefährlichen Situationen sage ich STOPP und informiere den ___.
Lückenwort: Vorgesetzten
11. Womit sichern Sie die Anlage gemäss Regel 3, nachdem Sie alle Energiequellen und Materialströme ausgeschaltet haben?
- Mit meinem persönlichen Vorhängeschloss.
- Mit einem Klebeband an der Steuerung.
- Durch eine mündliche Absprache im Team.
12. Laut Regel 3 müssen vor Beginn der Arbeit alle Energiequellen und Materialströme ausgeschaltet werden.
Richtige Antwort: Wahr
13. Wie verhalten Sie sich gemäss Regel 4, wenn Sie gefährliche Energien wie eine ungesicherte, angehobene Last erkennen?
- Ich sage STOPP.
- Ich arbeite schnell darunter durch.
- Ich ignoriere die Last, solange sie sich nicht bewegt.
14. Unter welcher Bedingung dürfen Sie gemäss Regel 4 an laufenden Anlagen arbeiten?
- Wenn geeignete Sonderbetriebseinrichtungen für meine Sicherheit vorhanden sind.
- Wenn ich besonders vorsichtig bin und keine Handschuhe trage.
- Grundsätzlich niemals unter keinen Umständen.
15. Gemäss Regel 5 darf bei vorhandener Absturzgefahr ohne Hilfsmittel gearbeitet werden, wenn es nur kurz dauert.
Richtige Antwort: Falsch
16. Was müssen Sie tun, wenn bei Ihren Arbeiten Gefahr durch elektrischen Strom droht (Regel 6)?
- Ich sage STOPP!
- Ich repariere das Kabel mit Isolierband.
- Ich schalte das Licht ein.
17. Wer darf gemäss Regel 6 Arbeiten an elektrischen Einrichtungen ausführen?
- Nur geschultes und berechtigtes Personal.
- Jeder Mitarbeitende nach eigener Einschätzung.
- Lernende im ersten Lehrjahr ohne Aufsicht.
18. Wer muss gemäss Regel 7 die Erlaubnis für Instandhaltungsarbeiten in Ex-Zonen oder bei Brandgefahr erteilen?
- Der zuständige Betriebsleiter.
- Der Sicherheitsbeauftragte einer externen Firma.
- Der Maschinenbediener im Frühdienst.
19. Welche Massnahmen gewährleisten gemäss Regel 8 die Sicherheit bei der Arbeit in engen Räumen? (Mehrere Antworten richtig)
- Absaugventilator
- Schadstoffmessung
- Überwachung durch zweite Person
- Durchgehendes Arbeiten ohne Pausen
20. Ordnen Sie die Massnahmen den entsprechenden Situationen bzw. Regeln zu:
- Gefährliche Energien / angehobene Last → STOPP sagen
- Absturzgefahr → Nur mit geeigneten Hilfsmitteln arbeiten
- Störungen beheben → Auf Improvisationen verzichten
- Enge Räume → Absaugventilator und Schadstoffmessung
