Elektrosicherheit
Allgemeine Anmerkung zum Modul
Einstieg
Sicherer Umgang mit Elektrizität und Gefahren im Elektrogewerbe
Arbeiten im Bereich der Elektrizität bergen vielseitige und oft unsichtbare Gefahren, die von Stromschlägen über Explosionen bis hin zu gesundheitsgefährdenden Altlasten reichen. Um Unfälle und Berufskrankheiten konsequent zu verhindern, sind die verbindlichen Sicherheitsregeln und Richtlinien der SUVA strikt einzuhalten. Eine lückenlose Instruktion und die Verwendung einwandfreier Betriebsmittel schützen Sie und Ihre Teammitglieder zuverlässig vor schweren Personenschäden.
Auf einer Baustelle bereitet ein Elektriker das Umfüllen von Lösemitteln vor, während parallel in der Nähe mit transportablen Elektrohandwerkzeugen gearbeitet wird. Plötzlich stellt sich die Frage, ob die feuchten Bedingungen auf der Baustelle den Einsatz der vorhandenen Kabelrollen erlauben und ob im älteren Verteilerkasten asbesthaltiges Material verbaut ist. Ohne die korrekten Schutzmassnahmen und Vorkehrungen kann es hier zu lebensgefährlichen Situationen kommen.
Regel 1 — Statische Elektrizität
Haben Sie die statische Elektrizität in Ihrem Betrieb unter Kontrolle? Diese Checkliste ist für Betriebe bestimmt, die mit brennbaren Flüssigkeiten wie etwa Lösemitteln umgehen. Durch sie erzeugte explosionsfähige Atmosphären können von elektrostatischen Entladungen gezündet werden. Die Hauptgefahren sind Explosionen Brände Elektrostatische Aufladungen treten beispielsweise auf beim Umfüllen von Flüssigkeiten Gehen des Menschen auf nicht ableitfähigem Boden Strömen einer Flüssigkeit durch eine Rohrleitung Zerdüsen oder Versprühen einer Flüssigkeit Filtrieren einer Suspension Mit dieser Checkliste bekommen Sie solche Gefahren besser in den Griff
- Explosionsfähige Atmosphären, Explosionsschutzdokument, Zonen
- Zündquelle «statische Elektrizität»
- Organisation, Schulung, menschliches Verhalten
- Instandhaltung
Statische Elektrizität kann in explosionsfähigen Atmosphären durch das Umfüllen von Flüssigkeiten oder ungeeignete Bodenbeläge gefährliche Zündquellen bilden. Kontrollieren Sie diese Risiken durch organisatorische Massnahmen, Schulungen und die Einhaltung des Explosionsschutzdokuments.
Regel 2 — Elektrohandwerkzeuge
Wie sicher arbeiten Sie und Ihre Mitarbeitenden mit Elektrohandwerkzeugen? Jedes Jahr ereignen sich auf Baustellen und in Betrieben zahlreiche, zum Teil schwere Unf lle mit Elektrohandwerkzeugen (Handbohrmaschinen, Handfr sen usw.). Wenn Sie Ihr Personal gut instruieren und daf r sorgen, dass nur mit intakten, sicheren Maschinen gearbeitet wird, k nnen Sie das Unfallrisiko erheblich senken. Die Hauptgefahren sind: Splitter und wegfliegende Teile elektrischer Schlag Ber hren des sich bewegenden Werkzeugs geh rsch digender L rm Mit dieser Checkliste bekommen Sie solche Gefahren besser in den Griff. 1. F llen Sie die Checkliste aus. Wo Sie eine Frage mit nein oder teilweise beantworten, ist eine Massnahme zu treffen. Notieren Sie die Massnahmen auf der letzten Seite. Sollte eine Frage Ihren Betrieb nicht betreffen, streichen Sie diese einfach weg. 2. Setzen Sie die Massnahmen um.
- Einkauf
- Schutzausrüstung
- Maschinen
- Werkzeuge
- Elektrokabel
- Organisation, Schulung, menschliches Verhalten
Verwenden Sie ausschliesslich intakte und sichere Elektrohandwerkzeuge, um Unfälle durch Splitter, wegfliegende Teile oder elektrische Schläge zu verhindern. Eine gründliche Instruktion des Personals ist dabei essenziell.
Regel 3 — Elektrizität auf Baustellen
Kennen Sie und Ihre Mitarbeitenden die Gefahren beim Umgang mit Elektrizit t auf Baustellen? Sie k nnen das Unfallrisiko erheblich reduzieren, wenn Sie f r intakte elektrische Betriebsmittel sorgen (Baustromverteiler, Kabelrollen, Baukreiss gen, Bohrmaschinen usw.) und Ihre Mitarbeitenden gut instruieren. Die Hauptgefahr ist ein elektrischer Schlag durch: fehlende Abdeckungen, besch digte Kabel, blanke Dr hte ausgerissene Schutzleiter, abges gte Schutzleiterstifte an Steckern fehlende Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schutz /RCD), vor allem bei Renovationen und Erweiterungsbauten nicht baustellentaugliche Betriebsmittel und Werkzeuge (Feuchtigkeit, N sse, Regen) Mit dieser Checkliste bekommen Sie solche Gefahren besser in den Griff. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Electrosuisse erarbeitet. 1. F llen Sie die Checkliste aus. Wo Sie eine Frage mit nein oder teilweise beantworten, ist eine Massnahme zu treffen. Notieren Sie die Massnahmen auf der letzten Seite. Sollte eine Frage Ihren Betrieb nicht betreffen, streichen Sie diese einfach weg. 2. Setzen Sie die Massnahmen um.
- Einkauf
- Maschinen
- Kabel
- Baustelleneinrichtung
- Organisation, Schulung, menschliches Verhalten
Sorgen Sie auf Baustellen für intakte elektrische Betriebsmittel und den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, insbesondere bei Feuchtigkeit und Regen. Vermeiden Sie beschädigte Kabel und fehlende Schutzleiter.
Regel 4 — Pneumatische und elektrische Pressen
Wie sicher arbeiten Sie, Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an den Pressen? Trotz Sicherheitseinrichtungen ereignen sich an Pressen jedes Jahr zahlreiche Unfälle, die zur Verstümmelung von Fingern und Händen führen. Die Hauptgefahren sind: Zerquetschen der Finger durch das sich schliessende Werkzeug Verletzungen beim Einsetzen der Werkzeuge und bei Probeläufen Erkrankungen wegen schlechter Körperhaltung Mit dieser Checkliste bekommen Sie solche Gefahren besser in den Griff.
- Arbeitsplatz
- Presse
- Organisation, Schulung, menschliches Verhalten
An pneumatischen und elektrischen Pressen drohen schwere Quetschungen der Finger und Hände durch das sich schliessende Werkzeug. Nutzen Sie vorhandene Sicherheitseinrichtungen konsequent bei jedem Arbeitsschritt und Probelauf.
Regel 5 — Arbeiten bei Freileitungen: Massnahmen zum Schutz gegen Stromschläge
Wenn Baumaschinen in der Nähe von Stromleitungen zum Einsatz kommen, sind klar definierte Sicherheitsmassnahmen einzuhalten. Erfahren Sie jetzt mehr.
Bei Arbeiten in der Nähe von Freileitungen und Stromleitungen müssen strikt definierte Sicherheitsmassnahmen und Schutzabstände eingehalten werden, um fatale Stromschläge zu vermeiden.
Regel 6 — Asbest: Branchenregeln für das Elektrogewerbe
Asbest ist seit 1990 verboten, doch findet es sich noch immer in älteren Gebäuden. Unsere Broschüre für das Elektrogewerbe hilft Ihnen, Asbest zu erkennen und die richtigen Massnahmen zu treffen.
Beachten Sie die branchenspezifischen Regeln im Umgang mit Asbest, da dieser Baustoff in älteren Gebäuden nach wie vor vorkommt. Erkennen Sie die Altlasten rechtzeitig, um eine Fasereinatmung zu verhindern.
Regel 7 — Asbest: Branchenregeln für Elektrizitätsunternehmen
Asbest erkennen, beurteilen und richtig handeln: Lebenswichtige Regeln für Elektrizitätsunternehmen. Vermeiden Sie Berufskrankheiten, auch im Umgang mit Altlasten. Der Faltprospekt leitet Sie an.
Elektrizitätsunternehmen müssen Asbest erkennen, sachgerecht beurteilen und konsequent richtig handeln. Vermeiden Sie Berufskrankheiten durch den korrekten Umgang mit diesen gefährlichen Altlasten.
Regel 8 — Asbesthaltige Schaltgerätekombinationen: Stromzählerwechsel
Bei mechanischen Eingriffen an asbesthaltigen Schaltgerätekombinationen ist mit einer Faserfreisetzung zu rechnen. Wer diese Fasern einatmet kann schwer erkranken.
Bei mechanischen Eingriffen an asbesthaltigen Schaltgerätekombinationen, wie beispielsweise beim Stromzählerwechsel, kommt es zur gefährlichen Freisetzung von gesundheitsschädlichen Fasern.
Praxis-Szenario 1: Einsatz von Elektrohandwerkzeugen auf der Baustelle
Sie wollen auf einer feuchten Baustelle eine Handbohrmaschine anschliessen und bemerken, dass die Isolierung des Verlängerungskabels an einer Stelle leicht beschädigt ist und blanke Drähte zum Vorschein kommen.
Wie reagieren Sie richtig in dieser Situation?
- Ich umwickle die beschädigte Stelle kurz mit herkömmlichem Isolierband und arbeite weiter.
- Ich nehme das Kabel sofort ausser Betrieb, melde den Mangel und verwende nur einwandfreies Material.
- Ich benutze das Kabel weiter, da die Bohrmaschine selbst noch intakt aussieht.
Praxis-Szenario 2: Überprüfung der Baustelleneinrichtung
Als Vorgesetzte oder Vorgesetzter kontrollieren Sie die Baustelleneinrichtung Ihres Teams. Sie stellen fest, dass für provisorische Anschlüsse bei nassen Witterungsbedingungen keine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schutz) eingesetzt wird.
Was ist Ihre Pflicht als Vorgesetzte/r?
- Ich fordere mein Team auf, besonders vorsichtig zu sein, und lasse die Installation unverändert.
- Ich sorge umgehend dafür, dass die fehlenden Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen und intakten Betriebsmittel nachgerüstet werden.
- Ich delegiere die Verantwortung für die Baustromverteiler komplett an die Lernenden im Betrieb.
Das Wichtigste in Kürze
- Statische Elektrizität bei brennbaren Flüssigkeiten und Lösemitteln durch geeignete Massnahmen und Ableitfähigkeit kontrollieren.
- Elektrohandwerkzeuge und Verlängerungskabel vor jedem Einsatz auf intakten Zustand prüfen.
- Auf Baustellen konsequent Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen und baustellentaugliche, feuchtigkeitsresistente Betriebsmittel einsetzen.
- An Pressen und Werkzeugen stets die Sicherheitseinrichtungen beachten, um Verletzungen und Quetschungen zu verhindern.
- In älteren Gebäuden auf Asbest achten und bei Eingriffen an Schaltgerätekombinationen oder beim Zählerwechsel konsequent vor Faserfreisetzung schützen.
Quizfragen (20)
1. Welche Hauptgefahr droht beim Arbeiten mit mangelhaften Elektrohandwerkzeugen auf Baustellen?
- Ein elektrischer Schlag sowie Verletzungen durch wegfliegende Teile oder Splitter.
- Ausschliesslich eine geringfügige Lärmbelästigung ohne gesundheitliche Folgen.
- Eine unmittelbare Vergiftung durch austretende Lösemittel.
2. Welche Situationen können laut SUVA-Regel zu elektrostatischen Aufladungen und explosionsfähigen Atmosphären führen? (Mehrere Antworten möglich)
- Das Umfüllen von brennbaren Flüssigkeiten wie Lösemitteln.
- Das Gehen von Menschen auf nicht ableitfähigem Boden.
- Das ausschliessliche Arbeiten in komplett trockenen Räumen ohne leitfähige Rohre.
3. Bei mechanischen Eingriffen an asbesthaltigen Schaltgerätekombinationen muss mit einer gefährlichen Faserfreisetzung gerechnet werden.
Richtige Antwort: Wahr
4. Ordnen Sie die Gefahrenbereiche den korrekten Schwerpunkten zu:
- Statische Elektrizität → Explosionsfähige Atmosphären und Lösemittel
- Baustellen → Fehlende Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und nasse Kabel
5. Asbest ist seit dem Jahr ___ in der Schweiz verboten, findet sich jedoch noch immer in älteren Gebäuden.
Lückenwort: 1990
6. In welchem Jahr wurde Asbest verboten, weshalb es in älteren Gebäuden noch anzutreffen ist?
Korrekter Wert: 1990 Jahr (± 0)
7. Die Checkliste zur Regel 1 (Statische Elektrizität) ist speziell für Betriebe bestimmt, die mit brennbaren Flüssigkeiten wie Lösemitteln umgehen.
Richtige Antwort: Wahr
8. Welche Hauptgefahren werden in Regel 2 für Elektrohandwerkzeuge genannt? (Mehrere Antworten möglich)
- Splitter und wegfliegende Teile
- Elektrischer Schlag
- Verstümmelung von Fingern an Pressen
- Gehörschädigender Lärm
- Berühren des sich bewegenden Werkzeugs
9. In Regel 3 wird erwähnt, dass die Checkliste für Elektrizität auf Baustellen in Zusammenarbeit mit ___ erarbeitet wurde.
Lückenwort: Electrosuisse
10. Was ist gemäss Regel 3 eine Hauptgefahr für einen elektrischen Schlag auf Baustellen?
- Ausgerissene Schutzleiter oder abgesägte Schutzleiterstifte an Steckern
- Das Gehen auf nicht ableitfähigem Boden
- Schlechte Körperhaltung bei der Arbeit
- Einatmen von Asbestfasern beim Stromzählerwechsel
11. Welche Hauptgefahren an pneumatischen und elektrischen Pressen werden in Regel 4 genannt? (Mehrere Antworten möglich)
- Zerquetschen der Finger durch das sich schliessende Werkzeug
- Verletzungen beim Einsetzen der Werkzeuge und bei Probeläufen
- Erkrankungen wegen schlechter Körperhaltung
- Elektrischer Schlag durch blanke Drähte
12. Laut Regel 4 können trotz vorhandener Sicherheitseinrichtungen an Pressen jedes Jahr zahlreiche Unfälle geschehen, die zur Verstümmelung von Fingern und Händen führen.
Richtige Antwort: Wahr
13. Wie lautet gemäss Regel 5 das Thema der Massnahmen, wenn Baumaschinen in der Nähe von Stromleitungen zum Einsatz kommen?
- Massnahmen zum Schutz gegen Stromschläge
- Branchenregeln für das Elektrogewerbe
- Vermeidung von elektrostatischen Aufladungen
- Sicherer Umgang mit Baukreissägen
14. Die Broschüre für das Elektrogewerbe (Regel 6) hilft dabei, Asbest zu erkennen und die richtigen Massnahmen zu treffen.
Richtige Antwort: Wahr
15. Ordnen Sie die Regel-Nummern den entsprechenden Themengebieten gemäss Text zu:
- Regel 1 → Statische Elektrizität
- Regel 2 → Elektrohandwerkzeuge
- Regel 3 → Elektrizität auf Baustellen
- Regel 4 → Pneumatische und elektrische Pressen
16. Was kann laut Regel 8 passieren, wenn Personen die bei mechanischen Eingriffen an asbesthaltigen Schaltgerätekombinationen freigesetzten Fasern einatmen?
- Sie können schwer erkranken.
- Sie erleiden sofort einen Stromschlag.
- Es kommt zu einer explosionsfähigen Atmosphäre.
- Sie erleiden Quetschungen an den Fingern.
17. Regel 7 richtet sich an Elektrizitätsunternehmen und hilft dabei, Asbest zu erkennen, zu beurteilen und richtig zu handeln.
Richtige Antwort: Wahr
18. Welche Organisation wird in Regel 3 im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Checkliste genannt?
- Electrosuisse
- SUVA
- Das Eidgenössische Departement
- Der Schweizerische Baumeisterverband
19. Laut Regel 1 können elektrostatische Aufladungen beispielsweise beim ___ von Flüssigkeiten auftreten.
Lückenwort: Umfüllen
20. Welche Schritte sind laut Regel 2 und Regel 3 im Umgang mit den Checklisten vorgesehen? (Mehrere Antworten möglich)
- Füllen Sie die Checkliste aus.
- Notieren Sie die Massnahmen auf der letzten Seite.
- Setzen Sie die Massnahmen um.
- Reichen Sie die Checkliste zwingend bei der SUVA ein.
